Zwillinge stillen!? Oder geht das gar nicht?

Zwillinge stillen

Ob Stillen ja oder nein, das ist und bleibt jedem selbst überlassen. Mir persönlich war es sehr wichtig meine Zwillinge stillen zu können, doch auf der Frühchenstation im Krankenhaus bekamen sie fast ausschließlich die Flasche, was mir das Herz zerriss. Aus dem Krankenhaus wurde ich dann mit einer Milchpumpe entlassen. Ich pumpte nach jedem Anlegen ab und fütterte die abgepumpte Muttermilch nach, da die beiden noch zu schwach waren um voll aus der Brust zu trinken. Das ganze Programm von Stillen, Abpumpen und Nachfüttern war besonders nachts sehr anstrengend, weshalb ich alles daran legte sie voll an die Brust zu bekommen.

Dafür verkroch ich mich mit den Zwillingen für zwei Wochen ins Bett und legte bei jedem Weinen an. So pendelte sich langsam ein 2 Stunden Rhythmus ein. Doch dann kam nach zwei Wochen Voll-Stillen der erste große Wachstumsschub und sie nahmen schlecht zu und schrien drei Nächte am Stück durch. Die Hebamme riet mir darauf eine Flasche am Abend zu geben, damit ich wenigsten etwas Schlaf abbekomme. Für mich war das ein Gefühl des Versagens, ich konnte meine Kinder nicht sättigen, dabei sollte das doch das natürlichste der Welt sein. Aber als selbst eine Stillberaterin zu mir sagte: „eine Flasche am Abend hat schon so manche Stillbeziehung gerettet“ wurde es erträglicher für mich und mittlerweile habe ich mich sogar damit angefreundet.

Den kompletten Verlauf und Weg des Stillens hier zu beschreiben wird leider etwas zu lang, daher möchte ich ein paar Tipps für euch zusammenfassen, wenn ihr weitere Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben, aber ich bin natürlich keine Spezialistin.

1. Sucht euch eine gute Hebamme!

Sucht euch schon zu Beginn der Schwangerschaft eine gute Hebamme. Fragt im Freundes- und Bekanntenkreis wer gute Erfahrungen gemacht hat. Denn mit einer Hebamme, die euch beim Stillen unterstützt, steht und fällt Alles!

2. Kontaktiert eine Stillberaterin!

Wenn ihr das Gefühl habt eine zweite Meinung zur Hebamme zu brauchen oder ihr nicht weiter wisst, sucht euch über die „La Leche Liga“ eine Stillberaterin in eurer Nähe! Ich habe diesen Schritt lange rausgezögert, aber traut euch, es hat mir so sehr geholfen und die Beraterinnen arbeiten ehrenamtlich!

3. Trinkt und Esst genug!

Ich dachte, dass ich meine Pfunde ganz schnell wieder loswerden muss und Zeit zum kochen war eh nicht, also halb so wild. So nahm ich im Sturzflug ab aber meine Milch wurde auch nicht mehr. Die Stillzeit ist die Zeit in der ihr schlemmen dürft!

4. Zwillinge Stillen muss geübt werden!

Ich sprang nach kurzer Zeit schon überall rum und bekam sehr viel Besuch. So konnte kein Rhythmus reinkommen, da ich vor Anderen und in der Öffentlichkeit nicht gern gestillt habe.

Erst nach zwei Wochen im Bett ohne Besuch, ohne Aufgaben und mit viel Hautkontakt kam Routine auf. Mir sagten im Nachhinein sogar mehrere Mamas, dass sie bis zu acht Wochen im Bett verbracht haben.

5. Achtung vor der Flasche!

Einige Freundinnen von mir hatten leider nicht so viel Glück mit ihrer Hebamme und bekamen sehr schnell geraten nach jeder Brustmahlzeit zuzufüttern. Dazu sollte man wissen, dass sich dadurch die eigene Milchmenge verringert, denn für die Kleinen ist das Trinken aus der Flasche natürlich leichter und so wird jeden Tag weniger aus der Brust getrunken. Als meine Hebamme mir zur Flasche riet, hatte ich genau davor große Angst. Aber es zeigte sich, dass eine Flasche am Abend zur gleichen Zeit und mit gleichbleibender Menge Milchnahrung nicht meine Muttermilch reduzierte. Ich benutze die closer to nature Flaschen von Tommee Tippee zum Zufüttern und ich kann sowohl zufüttern, als auch die Zwillinge stillen!

6. Nicht zu schnell aufgeben!

Natürlich tat es anfangs total weh, es gab Tage an denen ich gefühlte 20 Stunden stillte und sie trotzdem schlecht zunahmen oder sogar auch mal Abnahmen. Aber all der Aufwand hat sich für mich mehr als gelohnt. Mehr Nähe als beim Stillen könnte ich den beiden meiner Meinung nach nicht geben.

7. Findet für euch das richtige Stillkissen!

Ich habe zunächst mit einem normalen (etwas längeren) Stillkissen gestillt. Da die Beiden jedoch immer öfter gleichzeitig essen wollten, habe ich mich über Zwillingsstillkissen informiert und für mich das „My brest Friend“-Zwillingsstillkissen gefunden. Mit diesem fällt es mir deutlich einfacher und ich habe sogar die Hände frei .

8. Haltet euch stets die Vorteile vor Augen!

Zwillinge mit der Flasche zu füttern kostet ca. 100€ – 150€ im Monat, Stillen ist kostenlos. Ihr habt das Essen immer mit dabei und müsst nicht alles mögliche mitschleppen. Nachts müsst ihr nicht aufstehen und bekommt so mehr Schlaf. Ich habe probiert und probiert bis ich nun sogar beide im liegen stillen kann und dabei weiterschlafe.

Mein Resümee

Zwillinge stillen ist absolut möglich! Die Milchmenge reicht in der Regel, auch ich könnte nun noch Pumpen, Bockshornkleesamen nehmen u.s.w, um so eventuell auch noch die Flasche abends zu ersetzten. Aber ich muss sagen, dass ich mir nun einfach keinen Stress und Gedanken mehr mache und es mir damit so viel besser geht. Deshalb ist das nun mein Weg!

Aufgabe an euch: findet euren Weg 😉

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